Guinnessrekord – in einer Woche 7x auf den Everest

21. Juni 2024 Oppenau - Zuflucht
7 Tage , 7 Berge, 7 mal die Höhenmeter des Mount Everest.
Der Mountainbiker Kai Sa aler aus dem Südbadischen Hasel will im Juni einen Guinness World Rekord mit dem Rennrad aufstellen. Mit seinem Projekt SEVEREST möchte er auf Autoimmunerkrankungen wie MS, ALS oder Parkinson aufmerksam machen und Spenden sammeln.
Kai Saaler aus Hasel ist mit Leib und Seele Biker und in den Bereichen 12- und 24-Stunden-Mountainbiken sehr erfolgreich. Nun plant er einen neuen Weltrekordversuch. Sein Ziel: Er möchte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen über 65 000 Höhenmeter an sieben Schwarzwaldgipfeln erklimmen. Zum Vergleich: Bei der Tour de France überwinden die Fahrer in drei Wochen 55 000 Höhenmeter.

Bereits einen Rekord versucht
2019 organisierte Saaler bereits einen Mountainbike-Höhenmeter-Weltrekord-Versuch. Er fuhr dabei innerhalb von 24 Stunden über 17 391,71 Höhenmeter auf unbefestigten Wegen. Der Rekordversuch war ein Riesenerfolg, auch wenn er damals knapp scheiterte. „Rund 2000 Zuschauer waren anwesend“, berichtet Saaler im Gespräch mit uns.

Der Tiefpunkt
Eigentlich war Saaler auf der Überholspur. Doch dann kam Corona, sämtliche Veranstaltungen fielen weg und der Mountainbiker erkrankte selbst. „Ich dachte, dass bisschen Erkältung ist in einer Woche erledigt“, erzählt er. Aber: Das bisschen Erkältung brachte ihn schlussendliche in die Herzklinik in Bad Krotzingen. Saaler musste sich 2022 einer Herz-OP unterziehen. Nach Regeneration, Hausbau und neuem Job fing er vergangenen August wieder mit dem Training an.

Nächste Herausforderung
Jetzt fühlt er sich fit für seine nächste Herausforderung. „Ich werde mich in dieser Woche quälen, das wird nicht schön“, lacht Saaler. Seine Motivation für die Quälerei bezieht er aus seinen erkrankten Weggefährten, die teilweise auch leider schon verstorben sind. „Es ist ein Privileg, morgens aufstehen zu können und ich möchte für die kämpfen, die es nicht mehr können“, sagt Saaler sichtlich bewegt. Den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu schaffen, wäre schön. Aber sein Hauptziel sei es, Autoimmunerkrankungen sichtbar zu machen und Spenden zu sammeln. Diese gehen an die „Besi & friends Stiftung“ aus Hessen. Diese Stiftung setzt sich für Menschen ein, die Erkrankt sind und wurde von Andreas Beseler, der selbst an Multiple Sklerose erkrankte ins Leben gerufen. „Andreas hat eine bewegende Lebensgeschichte und ist trotz MS Erkrankung 2024 die Rocky Mountains mit dem Rennrad abgefahren. Ein Echtes Vorbild, was ich mit meiner Aktion unterstützen möchte,“ So Saaler zu seiner Spendenmodivation.

Der geplante Rekord
Saaler plant, an sieben aufeinanderfolgenden Tagen ein sogenanntes „Everesting“ zu absolvieren. Bei einem Everesting wird ein Anstieg so oft mit dem Rad befahren, bis 8849 Höhenmeter, also die Höhe des Mount Everests, erreicht sind. Dafür wird Saaler einige der schönsten Schwarzwaldgipfel in Angriff nehmen. „Täglich fahre ich etwa 13 Stunden und verbrenne dabei 10.000 Kalorien“, berichtet der Mountainbiker weiter. Um die nötige Fitness zu bekommen, trainiert zwischen 28 bis 36 Stunden in der Woche. Neben seinem Vollzeitjob wohlgemerkt. „ich habe einen langen Leidensweg nach der OP hinter mir. Der Anfang war wirklich hart und war am Sportlichen Nullpunkt angekommen. Als ich im August mit dem Training begonnen habe, schaffte ich noch nicht einmal 6km ohne Muskelkater zu joggen. Ich habe das Training sukzessive gesteigert. Jetzt trainiere ich zwei bis drei mal am Tag und habe ein enormes Trainingspensum,“ so der sympathische Hasler zu seiner Vorbereitung. Während des everestings trägt Saaler Puls- und Glukosemesser, um im optimalen Bereich Leistung zu erzielen.
„Wie viele Kalorien muss ich zu mir nehmen, was muss ich trinken? Alles wird berechnet“, berichtet Saaler.
Am Montag den 17. Juni beginnt seine Vorhaben am Hochblauen, den er von Badenweiler aus beispielsweise 14 Mal bezwingen muss, um die Höhenmeter des Mount Everests zu erreichen. Dann folgt ein Tag später der Belchen von Aitern aus, den er 12 Mal befährt. Mittwochs ist Saaler am
Schauinsland und befährt die Legendäre Strecke des Schauinslandkönig. Am 20. Juni wird er 10 Mal den Kandel von Waldkirch aus bezwingen müssen. Tags darauf ist Saaler in Oppenau und befährt 14 Mal den Anstieg der Zuflucht. Samstags wird Saaler von Sasbachwalden aus 12 mal zur B500 und am Mummelsee vorbei auf die Hornisgrinde kurbeln. Der Abschluss wird am 23. Juni von Fohrbach bei Baden-Baden aus, auf die Rote Lache sein, die er 24 Mal befahren wird. Breite Unterstützung erfährt der Mountainbiker durch seine Familie und Unterstützer, aber auch von öffentlicher Seite.
Nach seiner eigenen Sicherheit gefragt, berichtet Saaler, dass es keine Straßensperrungen geben wird. „Das ist bei den stark befahrenen Passstraßen leider nicht möglich und wäre ein enormer Aufwand gewesen. Ich bin quasi bei meinem SEVEREST-Projekt nur ein Rennradler, der auf
öffentlichen Straßen fährt aber dafür können natürlich auch alle Leute dazu kommen und mit mir mitfahren. Dabei ist es egal, ob man wie ich mit dem Rennrad fährt oder mit einem anderen Fahrrad. Dabei sein ist alle, egal ob MTB, Gravel, Liegerad, Einrad, mit Bio-Antrieb oder Elektrisch unterstützt. Ab 6 Uhr morgens bis abends bin ich an den Bergen und freu mich über mentale- aber natürlich auch Spendenunterstützung“ So Saaler zu seiner Veranstaltung. Bei der Frage, wie er mental die Herausforderung meistern will, lacht Saaler. „Ich bin tatsächlich noch nie Everesting gefahren – vielleicht ist das schlecht, vielleicht ist das auch gut.“ Aber grundsätzlich gilt für ihn: „Aufgeben ist keine Option.“ Erkrankte Menschen hätten schließlich gar nicht die Wahl, aufzugeben.
Infos zu Streckenverlauf und Weiteres gibt es auf Instagram unter kai_saaler_official und auf der sich noch im Aufbau befindlichen Seite www.severest.de. Über die Webseite, kann auch bequem über den Spendenlink mit dem Kommentar „SEVEREST“ gespendet werden.