Die 10. Klasse des NWT-Zugs der Franz-Rapp-Schule Oppenau hat am 15. Dezember gemeinsam mit ihrem Lehrer David Zucker ein besonderes naturwissenschaftliches Projekt durchgeführt: den Start eines Wetterballons. Ziel war es, Messdaten aus großen Höhen zu gewinnen und eigene Bildaufnahmen der Erde zu erstellen.
Nach dem Start stieg der Ballon über eine Flugzeit von rund drei Stunden kontinuierlich auf, bis er in 35.148,3 Metern Höhe aufgrund des geringen Luftdruckes platzte. Dabei hatte er einen Durchmesser von etwa 12,5 Metern.
Die erreichte Höhe entspricht etwa der vierfachen Höhe des Mount Everest und liegt damit etwa dreimal über der Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen. Anschließend begann der kontrollierte Rückweg im Sinkflug: Die Sonde sank an einem Fallschirm innerhalb von etwa eineinhalb Stunden zurück zur Erde und landete schließlich sicher auf einem Acker nordwestlich von Heilbronn.
Die Schülerinnen und Schüler waren während des gesamten Projekts aktiv eingebunden – von der Vorbereitung und technischen Umsetzung bis hin zur Beobachtung des Fluges. Um gemeinsam zum berechneten Landeort zu gelangen, wurde ein Stadtmobil der Stadt Oppenau gemietet. So waren die Schülerinnen und Schüler auch bei der Verfolgung und Bergung des Ballons beteiligt.
Am Wetterballon befand sich eine Sonde mit zwei Kameras, drei GPS-Sendern sowie mehreren Datenloggern, die während des Flugs Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und den genauen Flugweg aufzeichneten. Die entstandenen sensationellen Aufnahmen zeigen unter anderem das dunkle All sowie die Erde aus großer Höhe mit einer Sichtweite von bis zu 700 Kilometern.
Finanziert wurde das Projekt durch die Unterstützung mehrerer Sponsoren (Fa. Bruder, Mulag, Etol, Erdrich, Hodapp, Peterstaler, Deckers Frischecenter und Gmeiner & Partner). Der Wetterballonstart stellte für die Klasse eine praxisnahe Ergänzung zum naturwissenschaftlichen Unterricht dar und ermöglichte Einblicke in die Bedingungen der oberen Atmosphäre. Die Auswertung sämtlicher generierter Daten wird die Schülerinnen und Schüler im NWT-Unterricht noch nachhaltig beschäftigen. Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen faszinierten alle Beteiligten und beweisen eindrucksvoll wie spannend und praxisnah Naturwissenschaft und Technik sein können.