Kommunale Wärmeplanung

Das Land Baden-Württemberg hat sich im Klimaschutzgesetz (KSG BW) das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 42 % zu senken. Ein wesentlicher Stellhebel hierfür ist die kommunale Wärmeplanung, die vom Land finanziell gefördert wird. Bei der Umsetzung arbeiten die Kommunen mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) zusammen, der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) angesiedelt ist.

Als zentrales strategisches Instrument stößt die Wärmeplanung die Transformation der privaten und öffentlichen Wärmeversorgung hin zu einer klimaneutralen Struktur an. Ziel ist eine flächendeckende Daten- und Informationsbasis für das gesamte Gemeindegebiet. Diese stellt die Ausgangssituation im Basisjahr (2021) dar und beschreibt den Transformationsprozess zu einer CO2-neutralen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040. Um eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Versorgung zu gewährleisten, werden lokale Gegebenheiten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und technische Möglichkeiten berücksichtigt. Den Abschluss des Prozesses bildet ein maßgeschneiderter Maßnahmenplan zur Erreichung der Klimaziele.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein unverbindliches Planwerk ohne Außenwirkung. Die Ermittlung von Eignungsgebieten hat somit keine verpflichtenden Auswirkungen auf die Akteure vor Ort. Vielmehr zeigt der Wärmeplan einen strategischen Ansatz auf, der als verlässliche Grundlage für konkrete Feinplanungen dient.

Um Synergieeffekte zu nutzten und von Erfahrungen anderer Kommunen zu profitieren, haben sich die Städte Oppenau und Renchen sowie die Gemeinden Appenweier, Bad Peterstal-Griesbach und Lautenbach im Jahr 2023 zusammengeschlossen, um die Kommunale Wärmeplanung im Konvoi durchzuführen.

Die Erstellung der Wärmeplanung erfolgte methodisch entsprechend den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes sowie des Leitfadens der KEA-BW. Der Prozess umfasste die folgenden zentralen Bausteine:

• Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung und des Wärmebedarfs
• Analyse der lokalen Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmequellen
• Entwicklung eines Zielszenarios für das Jahr 2040
• Ableitung einer Wärmewendestrategie mit konkreten Maßnahmen

Ein besonderer Fokus lag auf der Differenzierung zwischen zentralen und dezentralen Versorgungsoptionen. Aufgrund der siedlungsstrukturellen und topografischen Gegebenheiten im Renchtal zeigt sich, dass künftig überwiegend dezentrale Lösungen eine wichtige Rolle einnehmen werden. Ergänzend wurden geeignete Gebiete für potenzielle Wärmenetze identifiziert.

Im Rahmen eines Beteiligungsprozesses wurden diese Eignungsgebiete gemeinsam mit den kommunalen Akteuren bewertet und in Kategorien differenziert. Dabei wurden insbesondere wirtschaftliche Umsetzbarkeit, Wärmedichte, topografische Rahmenbedingungen sowie mögliche Ankerkunden berücksichtigt. Neben perspektivisch geeigneten Gebieten wurden auch Prüfgebiete definiert, die aktuell noch mit Unsicherheiten behaftet sind und zu einem späteren Zeitpunkt erneut betrachtet werden können. Die Ergebnisse wurden in einem entsprechenden Entwurf zusammengefasst.

Der Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung mit den für Oppenau relevanten Daten wurde in der Zeit vom 27.03. bis einschl. 27.04.2026 veröffentlicht. In dieser Zeit konnten die Öffentlichkeit, die Träger öffentlicher Belange sowie sonstige Akteure den Entwurf einsehen und entsprechende Stellungnahmen hierzu abgeben.

Am 18.05.2026 beschloss der Gemeinderat der Stadt Oppenau den Kommunalen Wärmeplan. Dieser liegt nun zur Prüfung und Genehmigung beim Projektträger Karlsruhe und wird nach Abschluss der Prüfung auf dieser Seite veröffentlicht.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Wärmeplanung sind in einem nächsten Schritt vertiefende Untersuchungen notwendig. Hierzu zählen insbesondere Machbarkeitsstudien für Wärmenetze sowie die weitere Konkretisierung von Maßnahmen zur Förderung dezentraler Versorgungslösungen und energetischer Sanierungen.

Die Wärmeplanung ist als dynamischer Prozess zu verstehen und wird regelmäßig überprüft und fortgeschrieben, um auf neue technische Entwicklungen, gesetzliche Änderungen und lokale Entwicklungen reagieren zu können.

Ansprechpartner

Andrea Zähringer

Leiterin Bau- und Liegenschaftsverwaltung

Rathausplatz 1
77728 Oppenau
E-Mail
Telefon 07804 4845
Fax 07804 4822
Gebäude Rathausplatz 1
Raum 302